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  3. Marktbericht Leipzig

In den letzten Jahren hat Leipzig als regelrechte Boom-Town von sich reden gemacht, die Stadt wird oft als „Hypezig“ oder „Klein Berlin“ bezeichnet. Solche Einschätzungen kommen der Realität tatsächlich sehr nahe – keine andere deutsche Stadt hat in den letzten Jahren eine vergleichbare Entwicklung vollzogen. Seit 2005 wuchs die Einwohnerzahl der Stadt von 500.000 auf heute 600.000 an und bis 2030 rechnen die Prognosen mit weiteren 120.000 Menschen in Leipzig. Begleitet wird diese Entwicklung von einem starken Wirtschaftsaufschwung mit sinkender Arbeitslosigkeit und steigender Kaufkraft. Trotzdem gehört Leipzig noch zu den günstigen Großstädten in Deutschland, weshalb sich Investitionen auf dem Immobilienmarkt besonders lohnen. Auch die Bautätigkeit ist nach wie vor rege, kann aber nicht mit dem starken Wachstum der Stadt mithalten. Die Leerstandsquote sank 2019 auf 3,5 % und liegt damit nur noch knapp über der Fluktuationsreserve. Sowohl als Wirtschaftsstandort als auch als attraktives Zentrum von Wissenschaft und Kultur wird die verkehrsgünstig gelegene Großstadt weiterhin Menschen und auch Kapital anziehen. Der Leipziger Gutachterausschuss wertet transparent und unabhängig alle Daten aus den im Lauf eines Jahres getätigten Immobilientransaktionen aus und stellt diese Käufern, Verkäufern und allen am Markt Beteiligten zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten werden die jährlichen Bodenrichtwerte bestimmt.

Das günstige Investitionsklima in der Stadt führt zu einem anhaltend hohem Niveau an Transaktionen im Immobiliensektor. Viele Menschen aus ganz Deutschland haben in den letzten Jahren in Wohneigentum in Leipzig investiert. Für 2018 war zwar ein leichter Rückgang der Kauffälle um 2 % auf 6.574 zu verzeichnen, die mit den Verkäufen erzielten Umsätze legten aber gleichzeitig um 2 % auf 2,86 Mrd. Euro zu. Allerdings hat sich die Kaufpreisentwicklung besonders bei Eigentumswohnungen in den letzten Jahren stark von den Mieten abgekoppelt, sodass hier die Preisentwicklung vorerst stagnieren dürfte. Der Kauf von unbebauten Grundstücken ging in den letzten Jahren deutlich zurück, während parallel dazu die Grundstückspreise sich zum Teil mehr als vervierfachten. So betragen die für 2019 veröffentlichten Bodenrichtwerte im Stadtzentrum bis zu 4.200 €/m² und auch viele attraktive Viertel in Zentrumsnähe, z. B. die Südvorstadt, Gohlis, das Waldstraßen- oder das Musikviertel weisen Bodenrichtwerte zwischen 1.000 und 2.000 €/m² aus.

2018 wurden in Leipzig 506 Kauffälle von unbebauten Grundstücken registriert und damit 93 weniger als noch im Vorjahr. Gleichzeitig stieg der mit diesen Verkäufen erzielte Umsatz um 6 % auf 229 Mio. Euro. Während die Zahl der Transaktionen zurückging, stiegen die Preise für Grundstücke noch einmal deutlich. 2018 kostete ein Einfamilienhausgrundstück mit einer mittleren Grundstücksfläche von 730 m² 143.000 €. Bei Grundstücken für Geschossbauten kletterten die Preise sogar auf durchschnittlich 675 /m² – 50 % mehr als noch 2017. Hier war der Rückgang bei den Kauffällen mit über 30 % am deutlichsten, aber auch die Verkäufe von Grundstücken für den individuellen Wohnungsbau verzeichneten einen Rückgang um 20 %.

Weiterhin hoch blieb die Zahl bebauter Grundstücke, die verkauft wurden. Hier wurde ein leichter Rückgang der Verkaufszahlen um 4 % auf 1.264 registriert, während die erzielten Umsätze um 3 % auf 1,77 Mio. Euro zulegten. Dominierend waren hier Mietwohnhäuser(36 %), 18 % der Verkäufe wurden mit gewerblichen Immobilien getätigt.

2018 wurden in Leipzig 452 Mehrfamilienhäuser verkauft, davon 30 unsaniert. Für sanierte Mietwohnhäuser wurden dabei durchschnittlich 1.598 /m² Geschossfläche bezahlt und damit 13 % mehr als im Vorjahr, bei den unsanierten waren es 1.046 €/m², was einer Steigerung von 25 % gegenüber 2017 entspricht. Obwohl die Verkaufszahlen von Mietwohnhäusern um 10 % zurückgingen, stieg der Gesamtumsatz von 663 Mio. Euro auf 689 Mio. Euro.

Die Zahl der Verkäufe von Gewerbeimmobilien stieg 2018 leicht an, allerdings sanken die Umsätze um 20 %. Das Verkaufsgeschehen dominiert haben vor allem Einzelhandelsobjekte und Geschäftshäuser mit Wohnnutzung. In diesen Sparten betrug der Umsatz über 321 Mio. Euro und machte damit mehr als die Hälfte der Gesamtumsätze aus dem Verkauf von Gewerbeimmobilien aus. Noch deutlich vor den Einzelhandelsobjekten wurden die höchsten Flächenumsätze aber mit Immobilien im Gastgewerbe (Hotels, Restaurants etc.) erzielt. Hier betrug der durchschnittliche Quadratmeterpreis fast 35.000 Euro. Eine große Rolle spielen nach wie vor Flächen für Logistik und Büroimmobilien. 2017 wurde mit 163.000 m² vermieteter Bürofläche ein neuer Rekord erzielt. Aufgrund der niedrigeren Kaufpreise sind hier auch noch höhere Renditen als beim Investment in Wohneigentum möglich.

Typischerweise ist die Anzahl von Einfamilienhäusern mit Garten in Großstädten begrenzt, während die Nachfrage besonders bei Familien nach wie vor hoch ist. In Leipzig sanken die Verkaufszahlen für Grundstücke mit Einfamilienhäusern 2018 zwar leicht, blieben aber auf hohem Niveau, während die Umsätze weiter anzogen. Beim Verkauf von 535 Einfamilienhäusern wurde 2018 ein Gesamtumsatz von 147 Mio. Euro und damit 6 % mehr als 2017 erzielt. Am höchsten war das Preisniveau mit durchschnittlich 3.084 €/m² wertrelevanter Geschossfläche bei neugebauten Einfamilienhäusern, was einer Steigerung von 100 % in den letzten sieben Jahren entspricht. Für sanierte freistehende Einfamilienhäuser waren noch 2.456 €/m² fällig, auch hier war ein starker Anstieg zu verzeichnen. Die Preise für sanierte Doppelhaushälften lagen etwas darüber, was u. a. auf deren Wohnlage zurückzuführen ist. Die Kauffälle für neugebaute Einfamilienhäuser konzentrierten sich besonders auf den Norden und Osten der Stadt, während Doppelhaushälften vor allem in den Bezirken Nordost und Südost verkauft wurden.

Mit Townhäusern oder Stadthäusern werden vor allem neugebaute Ein- oder Zweifamilienhäuser bezeichnet, die der Nachfrage nach ruhigem Wohnraum im Grünen in städtischer Lage entgegenkommen und die geringere Grundfläche durch Höhe ausgleichen. Eine klar umrissene Definition gibt es aber nicht und oft werden auch moderne Mehrfamilienhäuser, die die genannten Merkmale erfüllen, als Townhäuser bezeichnet. Auch in Leipzig wurden in den letzten Jahren zahlreiche Brachflächen in Villen- und Gründerzeitvierteln auf diese Weise bebaut. Im offiziellen Grundstücksmarktbericht sind die Townhäuser nicht gesondert ausgewiesen und Teil der Daten zu Ein- und Mehrfamilienhäusern. Gleichwohl prägen sie zunehmend das Bild des modernen Leipzigs.

Auch gründerzeitliche Villen gehören zum Leipziger Stadtbild und ziehen Liebhaber wie Familien gleichermaßen an. Nicht zuletzt schätzen auch viele Unternehmen eine repräsentative Villa als Firmensitz. Das locker bebaute und begrünte Villenviertel im Süden von Gohlis, zentrumsnah und gleichzeitig in unmittelbarer Nähe zum Leipziger Auwald, gehört daher nicht ohne Grund zu den teuersten Teilen der Stadt. Quadratmeterpreise von 4.500 € sind hier keine Seltenheit, aber je nach Ausstattung und Lage gibt es zum Teil beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Angeboten. Im Grundstücksmarktbericht wurden die Daten für verkaufte Villen nicht separat berücksichtigt und waren Teil der Angaben zu Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Der Verkauf von Eigentumswohnungen spielt traditionell eine besonders große Rolle auf dem Immobilienmarkt in Großstädten. 70 % aller Verkaufsfälle betrafen Wohnungs- und Teileigentum, über ein Drittel des Umsatzes in der Immobilienwirtschaft wurde hier 2018 mit dem Verkauf von Eigentumswohnungen erzielt. Das Preisniveau stieg gegenüber den Vorjahren weiter an. Eine neugebaute Eigentumswohnung kostete 2018 im Mittel 4.126 €, in der August-Bebel-Straße wurden sogar Wohnungen für 5.926 €/m² verkauft. Bei wiederverkauften Eigentumswohnungen in Neubauten fiel der Preisanstieg moderater aus, hier waren im Schnitt 1.761 €/m² und damit ca. 9 % mehr als im Vorjahr fällig. Beim Verkauf von sanierten Altbauwohnungen waren die Zahlen ähnlich. Beim Erstbezug nach Sanierung betrug der Preis durchschnittlich 4.080 €/m², in der Engertstraße betrug der Preis in Top-Lage bis zu 5.513 €/m². Beim Wiederverkauf sanierter Wohnungen lag der Quadratmeterpreis im Mittel bei 1.672 €. Auch die Art der Wohnung hatte zum Teil Einfluss auf den Preis. So wurde bei Neubauten für Dachgeschosswohnungen und Penthousewohnungen ein bis zu 15 % höherer Preis als für Wohnungen im Erdgeschoss erzielt. Bei sanierten Altbauten lassen sich dagegen kaum Unterschiede zwischen den einzelnen Wohnungsarten ausmachen. Die durchschnittlich höchsten Quadratmeterpreise wurden hier zudem mit 1.975 € bei Mieterkäufen in Folge der Umwandlung von sanierten Altbau-Mietwohnungen in Eigentumswohnungen verlangt. Stellplätze in Tiefgaragen und Parkhäusern wurden im Mittel für 22.850 € verkauft, in Ausnahmefällen betrug der Preis hier bis zu 30.000 €. Beim Wiederverkauf von Wohnungen betrug der durchschnittliche Preis für einen Stellplatz 10.400 €. Leipzig ist nach wie vor ein beliebter Investitionsstandort für Menschen aus der gesamten Bundesrepublik. Mehr als 94 % der Käufer sanierter Altbauwohnungen hatten ihren Wohnsitz nicht in Leipzig, bei den Neubauwohnungen waren es immerhin noch 61 %.

Typisch für Leipzig ist die recht gleichmäßige Infrastruktur der Stadt, die sich auf viele Stadtteilzentren verteilt, die sich wiederum um das bedeutende Zentrum gruppieren. Dem entsprechend fanden Kauf- und Bauaktivitäten im ganzen Stadtgebiet statt, wobei man in den verschiedenen Immobilienbereichen lokale Schwerpunkte ausmachen konnte. Noch immer dominiert trotz stark gestiegener Preise beim Geschosswohnungsbau der Bezirk Mitte, hier rechnen Investoren weiterhin mit einem hohen Wachstumspotenzial. Auch im Bezirk Nord ist hier eine rege Kauf- und Bauaktivität feststellbar, während parallel dazu die Grundstückspreise weiter steigen. Wo es viele Freiflächen in Stadtnähe gibt, möchten viele Familien Einfamilienhäuser bauen. Auch hier dominiert der Bezirk Nord, daneben wurden noch in den Bezirken Ost und Nordwest zahlreiche Grundstücke verkauft. Sanierte Mehrfamilienhäuser wurden 2018 fast im gesamten Stadtgebiet im größeren Umfang verkauft, nur die Bezirke Nordost (15 Kauffälle), Mitte (14 Kauffälle) und Nordwest (13 Kauffälle) fallen hier etwas aus dem Rahmen. Unsanierte Mietshäuser wurden in nennenswerter Zahl dagegen nur noch im Bezirk Alt-West und im Osten der Stadt veräußert, wo sich auch die Viertel mit dem größten Entwicklungspotenzial befinden.

Der Trend geht für Leipzig weiterhin unverkennbar nach oben. Zwar haben sich die Wertsteigerungsraten besonders im oberen Preissegment etwas abgeschwächt und stellenweise sind auch Preisüberhitzungen nicht ganz auszuschließen. Vor allem auf dem Markt für Mehrfamilien- und Einfamilienhäuser ist mit einem Rückgang der Kauffälle und leicht sinkenden Gesamtumsätzen in den nächsten Jahren zu rechnen. Dennoch werden der anhaltende Bevölkerungszustrom und das Wirtschaftswachstum der Stadt die positive Entwicklung auf dem Immobilienmarkt vorantreiben. Nur in München und Dresden liegen die Wertsteigerungsraten unter den größten deutschen Städten noch etwas höher, in Leipzig ist immerhin mit einer jährlichen Steigerung von 1,18 % zu rechnen. Bis 2030 wird daher auch ein weiterer Preisanstieg für Eigentumswohnungen um 40 % erwartet. Besonderes Entwicklungspotenzial bieten frühere Problemviertel im Osten und Westen der Stadt wie Lindenau, Reudnitz und Anger-Crottendorf. Hier nahm die Sanierungs- und Bautätigkeit in den letzten Jahren spürbar zu und durch die zu erwartenden Veränderungen im Stadtbild und in der ansässigen Bevölkerung sind hier die höchsten Renditen zu erwarten. Anhaltend gute Investitionsmöglichkeiten bieten außerdem Gewerbeimmobilien, bei denen die Preisentwicklung etwas moderater ausfiel als bei Wohneigentum. Besonders für Büro- und Logistikflächen ist weiter mit einer hohen Nachfrage in der Handelsmetropole auszugehen.